Thüringen stellt „Landesprogramm Akzeptanz und Vielfalt“ vor

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisiert Erarbeitungsprozess

Erfurt, 30. Januar 2018. Die Thüringische Landesregierung hat heute ihr „Landesprogramm Akzeptanz und Vielfalt“ vorgestellt. Die Erstellung des Landesprogramms war bereits 2014 von der Landesregierung in Aussicht gestellt worden. Thüringen ist damit das dreizehnte Bundesland, das einen Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit präsentiert.

Der LSVD Thüringen freut sich, dass die Landesregierung endlich das Programm auf den Weg gebracht hat. Es gibt aber auch erhebliche Kritik am Erstellungsprozess. Nach der ministeriellen Abstimmung wurden die Vereine und Verbände, die den Entwurf entscheidend geprägt hatten, weder gehört noch beteiligt. Der LSVD Thüringen befürchtet, dass das Landesprogramm in den Ministerien aufgeweicht wurde. In den nächsten Tagen wird die Community in Thüringen das Landesprogramm einer inhaltlichen Bewertung unterziehen und erneut Stellung nehmen. Die Akteure, welche an der Erstellung beteiligt waren, können dem veröffentlichten Programm entnommen werden.

Positiv anzumerken ist, dass Organisationen und andere Akteure aus der Zivilgesellschaft zumindest beim ersten Entwurf beteiligt wurden. Auch die in Aussicht gestellten Mittel, in Höhe von 160.000 €, sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ob die Mittel ausreichen, ist allerdings fragwürdig. Die dringend notwendige Evaluation und Weiterentwicklung des Landesprogramms wird über Erfolg und Misser-folg entscheiden.

Pressekontakt:
Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Thüringen
Landesvorstand
Mail: vorstand@lsvd-thueringen.de

Hintergrund:

Thüringer Landesprogramm für Akzeptanz und Vielfalt

Übersicht: Aktionspläne für Vielfalt und Akzeptanz in den Bundesländern

Aktualisiert am 30. Januar 2018