PM Thüringen: CDU verharmlost diskriminierende Äußerungen der CDU-Bundesvorsitzenden

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Thüringen kritisiert Haltung führender CDU Politiker

Erfurt, 06. März 2019. Am Montag haben der Landesvorsitzende der CDU in Thüringen Mike Mohring und der Thüringer Landesvorsitzende der Jungen Union, Stefan Gruhner die verletzenden Äußerungen der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber trans- und intergeschlechtlichen Menschen in einem Artikel der Thüringer Allgemeine verharmlost. Annegret Kramp-Karrenbauer hatte sich beim diesjährigen Stockacher Narrengericht (Baden-Württemberg) über Toiletten für trans- und intergeschlechtliche Menschen lustig gemacht.

„Die Äußerungen der thüringischen Landesvorsitzenden der CDU und der Jungen Union sind mehr als verstörend. Scheinbar ist für Thüringens CDU im Karneval alles erlaubt, selbst wenn Minderheiten wie trans- und intergeschlechtliche Menschen für schlechte Witze herhalten müssen. Mit Blick auf die kommende Landtagswahl stellt sich für uns die Frage, was Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche (LSBTI) Menschen mit der CDU als potentielle Regierungspartei erwartet, wenn die Verharmlosung von Diskriminierungserfahrungen als Bagatelle dargestellt wird.“, erklärt Jenny Luca Renner aus dem Landesvorstand des LSVD Thüringen.

Ärzte und Ärztinnen in Deutschland unternehmen bis heute unnötige Genitaloperationen an intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen. Diese Operationen sind keine Heileingriffe, sondern verletzen massiv die Menschenrechte, Selbstbestimmung und Würde von intergeschlechtlichen Menschen. Transgeschlechtliche Menschen erfahren immer noch Anfeindungen und Ausgrenzungen. Auch vor diesem Hintergrund zeigt die CDU-Bundesvorsitzende mit ihrer Büttenrede, das sie keine Ahnung und Sensibilität für die Anliegen dieser Gruppe hat. In Deutschland gibt es auch mit dem neuen Gesetz kein „Drittes Geschlecht“, sondern einen dritten positiven Geschlechtseintrag „divers“.

„Als CDU-Bundesvorsitzende sollte sie Profi genug sein, um auch im Karneval ihre Worte mit Bedacht zu wählen. Die gleiche Sensibilität erwarten wir auch von der CDU in Thüringen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Kramp-Karrenbauer mit abfälligen Vergleichen und verletzenden Kommentaren gegenüber LSBTI auffällt. Für die nächste Karnevalssitzung raten wir, sich lieber an der eigenen Partei abzuarbeiten statt Minderheiten für schlechte Witze zu missbrauchen.“, so Jenny Luca Renner weiter.

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Pressekontakt:
Jenny Luca Renner
Landesvorstand LSVD Thüringen
jenny.renner@lsvd.de

Hintergrund
Nach Faschingsscherz: Mohring und Gruhner verteidigen AKK. Erschienen in der Thüringer Allgemeine am 04. März 2019.

Aktualisiert am 6. März 2019